Canyoning – Extrem sportlich durch die Schluchten!

Artikel-Info
Bild: Cyril Bele
Veröffentlicht:
12 März 2010
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Die Erlebnissportart “Canyoning”, aber auch “Schluchteln” oder “Schluchting” genannte, etablierte sich vor ca. 20 Jahren in Spanien und Südfrankreich. Wer Canyoning macht, seilt sich ab, klettert, springt, rutscht, schwimmt oder taucht mit einer entsprechenden Ausrüstung durch die Schluchten. Voraussetzung für diesen Sport ist Teamgeist und gegenseitiges Vertrauen. Doch neben dem abenteuerlichen Sport ist vor allem das Naturerlebnis ein wichtiger Faktor, ebenso der Umwelt-und Naturschutz, denn es passiert häufig, dass Natur durchkreuzt wird, wo bisher noch kein Mensch, den Fuß auf den Boden setzte.

Das hat, da das Canyoning inzwischen kommerziell vermarktet wird, Naturschützer auf den Plan gerufen, die diesen Sport kritisieren. Denn nach ihrer Meinung führe dies zu großen Problemen. Diese Einschätzung lässt sich jedoch nicht beweisen, da Canyons durch mehrmals pro Jahr aufkommenden Hochwassers, sich weit mehr verändern, als die Menschen, die durch die Schluchten laufen, hervorrufen können. In den USA ist das Canyoning eher als Canyoneering bekannt und machte dort, durch den Einfluss Europas, Ende der 90er einen ordentlichen Schub nach vorne.

Bild: kanjiroushi - Bild aus dem Canyon "Maglia"

In den letzten Jahren erfolgte ein Durchbruch in den nördlichen Alpen, wobei sich einige Klubs gebildet haben, die das Canyoning anbieten und organisieren. Jeder Teilnehmer, der an einer Schluchtingtour teilnimmt, sollte auch dazu qualifiziert sein, d. h., alpin- und wassertechnisch versiert sein. Ein Rückzug von einer Tour ist oft nicht mehr möglich, sobald jemand eingestiegen ist. Es heißt, diese Sportart sollten Anfänger nur unter kundiger Leitung tun, denn die verwendeten Techniken weichen z. T. deutlich von denen im hochalpinen Bereich oder beim Klettern erheblich ab. Wird eine dieser Techniken auf das Canyoning übertragen, kann das eine Gefahrenquelle bedeuten.

Es gilt die Regel, niemals weniger als eine Gruppenstärke von 3-4 Personen, denn es hat sich gezeigt, dass für diese Sportart größtmögliche Sicherheit gefordert ist, um tragische Unfälle zu vermeiden. Dazu gehört, dass bestimmte Informationen vorher abgefragt werden, d. h., den Wetterbericht studieren, denn in einem Einzugsgebiet für Wasser, kann der Wasserspiegel in Minutenschnelle so weit ansteigen, dass Lebensgefahr besteht, aber auch über Risiken, wie z. B. den Wasserablauf eines Stausees.

Bilder: kanjiroushi